Das Pro- und Epimythion

 

Da es in Fabeln immer einen Wirklichkeitsbezug gibt, unterscheidet man zwischen einem Bildteil und einem Sachteil; beide sind in jeder Fabel vertreten. Während die Fabel selber dem Leser mit den verschlüsselten Botschaften den Bildteil liefert, beschäftigt sich der Sachteil mit der Entschlüsslung der für die Menschen stark vereinfachten Geschichten. Da die Situation, in der die Fabel entstanden ist, meist nicht mehr überliefert wurde, wird ein sogenanntes Promythion (vor der Geschichte) oder Epimythion (nach der Geschichte) vorgesetzt oder angehängt. Es besteht unseren Informationen zu Folge jedoch kein Unterschied zwischen Vor- und Nachstellung. Der Leser bekommt zur Deutung eine direkte Hilfe, indem man mit ihnen "die Moral von der Geschicht" direkt vor oder hinter den eigentlichen Fabeltext plaziert.. Jedoch ist dieses Mittel im eigentlichen Sinn der Fabel eher überflüssig, da Dichter wie Phaedrus sie schrieben, um den Menschen dazu zu zwingen, über den Sinn und den Wirklichkeitsbezug nachzudenken.

Max O.

Quelle: s. "Quellen und Links"